Dienstag, 14. Juni 2011

Kayvan Soltani
fragt sich, ob der Verkehrsminister schon einmal mit dem Bus gefahren ist
„ Wir haben unsere Bürgerinnen mit genug öffentlichen Verkehrsmitteln versorgt und in jedem Bezirk stehen zahlreiche Busse zur Verfügung... besonders in Stoßzeiten...‘‘



W
ährend meiner Unizeit, als ich noch Student war, hatte ich viele Probleme mit der Fahrt zwischen meiner Wohnung und der Uni. Meine Uni lag im westlichen Teil Teherans und ich wohnte-und wohne noch-im östlichen. Doch es gibt eine riesige Autobahn, die diese zwei Ende Teherans miteinander verbindet, die aber nur zwischen 10 Uhr abends und 6 Uhr morgens ohne Stau zu passieren ist. Schon der Name dieser Autobahn ist für viele ein Albtraum. Die Fahrt, die normalerweise nicht mehr als 20 Minuten dauern darf, dauert, je nachdem wie dicht der Verkehr ist, zwischen 80 und 100 Minuten! Die Spitze liegt zwischen 7 und 10 Uhr morgens und 4 und 8 Uhr abends, genau die Zeiten, zu denen ich morgens zur Uni fahren und abends nach Hause zurückkommen musste. Aber das war nicht das größte Problem, sondern die öffentlichen Verkehrsmittel! Und wenn ich von öffentlichen Verkehrsmitteln spreche, meine ich die Busse, da man in Stoßzeiten kein Taxi finden kann. Die Taxifahrer ziehen es nämlich vor, überhaupt nicht zu arbeiten und damit ihr Benzin und ihre Nerven zu sparen-das kann man ihnen wahrhaftig nicht verdenken. Das heißt, in derartigen Zeiten hat man eine große Auswahl: die Busse. Und mit „groß‘‘ meine ich die Größe! Ich glaube, dass ich nicht erst erklären muss, wie katastrophal es war, in einen Bus einzusteigen. Wenn ein Bus zu dem Busbahnhof kam, rannten alle Wartenden auf ihn zu und plötzlich war der ganze Bus unter Beschuss! Das ist die Zeit, in der alle zu Egoisten werden und ohne Rücksicht auf Verluste die Menschlichkeit mit Füßen treten, als ob wir um unser Leben kämpften-der Überlebenskampf!
Jetzt aber zurück zu meiner Geschichte. Einmal, nachdem ich die letzten drei Busse verpasst und etwa eine Stunde gewartet hatte, habe ich es geshafft, in einen Bus einzusteigen. Da ich unter den Letzten war, die vom Glück begünstigt worden waren, musste ich direkt neben der Bustür stehen, wobei mein Arm sich an die Scheibe presste und mein Kopf unter fürchterlichem Druck stand. Solang ich endlich am Ziel ankam, war das erträglich. Um es kurz zu machen, als der Bus die nächste Busstelle erreichte, musste ich aussteigen, weil einige der Fahrgäste aussteigen wollten und ich ihnen den Ausgang versperrt hatte. 11 Fahrgäste stiegen aus und glücklicherweise gab es nur 4 Wartende an der Busstelle die in den Bus einsteigen wollten. Ja, ich fühlte mich wohl: „Toll! Jetzt gibt es 7 Fahrgäste weniger und wir können bequemer stehen. Mein Kopf wird vom Druck befreit.‘‘ So habe ich gedacht. Ich wartete, bis die vier Wartenden einstiegen-das war, was ich nicht hätte machen dürfen- und als ich einsteigen wollte... Oh, ich konnte es nicht glauben, es gab keinen Platz mehr im Bus!! Und niemad hat auch nur versucht, mir Platz zu machen. „Ihr seid unmöglich!‘‘ Einige haben mir ins Gesicht gelacht. „Das ist doch wohl nicht euer Ernst! Das ist einfache Mathematik: 11 Fahrgäste sind ausgestiegen und 4 sind...‚‘‘ Aber bevor ich mit meinem Satz fertig war, sind die Türen geschlossen worden und der Bus war weg.
Ich musste noch 20 Minuten warten, bis der nächste Bus kam, und die Fahrt nach Hause hat 45 Minuten gedauert. Das heißt, ich war insgesamt etwa 2 Stunden unterwegs. An demselben Abend, als ich müde und kraftlos mit starken Kopfschmerzen vor dem Fernseher saß, kam die Aussage des Verkehrsministers in den Nachrichten: „Wir haben unsere Bürgerinnen mit genug öffentlichen Verkehrsmitteln versorgt und in jedem Bezirk stehen zahlreiche Busse zur Verfügung... besonders in Stoßzeiten...‘‘ Kein Wort könnte mein Gefühl beschreiben. Ich wundere mich, ob er auch nur einmal mit einem Bus in Stoßzeiten gefahren ist... .

Dienstag, 10. Mai 2011

Generationenkonflikt: eine Frage der Zeit


Generationenkonflikt ist ein heißes Eisen, das nichts von seiner Brisanz verloren hat, denn jeder von uns hat zumindestens einmal im Leben Erfahrungen damit gemacht. Unter diesem Begriff versteht man Missverständnisse und Streit zwischen Eltern und Kindern, die innerhalb der Familie auftreten und deren Ursache der Altersgegensatz ist.

Eltern sollten Kinder in eine Lebenslage versetzen, in der sich die Kinder nicht beschränkt sondern unterstüzt fühlen, allerdings wird die Schuld nicht immer auf die Eltern, sondern häufig auch auf die Kinder abgewälzt, weil die Kinder in einem bestimmten Alter immer die beleidigte Leberwurst spielen. Sie verhalten sich so, als ob sie die Opfer einer konfliktbeladenen Atmosphäre wären und niemand sie jemals verstehen würde.

Eltern sollten begreifen, dass Kinder einen Drang verspüren, mit Gleichaltrigen zu kommunizieren. Es ist nichts Schlechtes, dass Kinder sich mehr für ihre Freunde als ihre Eltern interessieren! Sie sind doch Kinder! Die Eltern können sich meistens nicht auf ihre pubertierenden Kinder verlassen, aber sie müssen verstehen, dass die Kinder sich selbst Fehler zugestehen dürfen, und darauf sollte nicht mit Druck reagiert werden! Eltern müssen die Zähne zusammenbeißen bis die Kinder aufgewachsen sind und auf ihre eigenen Beinen stehen.

Zum Schluss muss in aller Kürze das Statement berührt werden, dass an jedem Problem beide Seiten Schuld haben. Das Geheimnis eines glücklichen Lebens liegt darin, Probleme mit Verständnis und Takt nachzuvollziehen und dann ihnen mit Geduld und Lust nachzugehen. Ein lustbetonteres Leben im Kreis der Familie! Was für ein beglückende Vorstellung!

Sonntag, 8. Mai 2011

Ein häufiges Thema, unabhängig von jeglicher Kultur, in jeder Gesellschaft sind die immer zuzunehmen scheinenden Konflikte zwischen Jugendlichen und Älteren. Je höher die Geschwindigkeit der Entwicklung einer Gesellschaft, desto tiefer scheint der Abgrund zwischen verschiedenen Generationen zu sein.

Im Allgemeinen sagt man in der Soziologie, dass jede Epoche den ihr Zugehörenden ihre eigene Einstellung aufdrückt und der Hauptrahmen der Gedanken und die geltenden gesellschaftlichen Konventionen überhaupt unabhängig von jedem Einzelnen gebildet werden. Dementsprechend ist die Verschiedenheit zwei aufeinander folgender Generationen unvermeidbar und nicht zu übersehen.

Wie bei allen Konflikten kann die Auseinandersetzung der zwei Generationen beziehungsweise zwischen Jugendlichen und Älteren Aussicht auf einen Kompromiss haben, indem die beiden Parteien zunächst die Sprache der anderen zu verstehen versuchen. Hier soll die Sprache das Denken heißen, wie Sprachphilosophen das meinen, wenn sie Denken ohne die Sprache unmöglich finden. Das Verstehen der Probleme der Jugendlichen von Älteren und das Sichhineinversetzen in die Lage der Älteren von Jugendlichen sind auf jeden Fall die nächsten Schritte, eine Lösung zu finden und nur das darauf basierende Gespräch kann zu einem etwaigen Kompromiss führen. Ein gutes und einfaches Beispiel dafür sind die verschiedenen Arten der Kleidung. Jugendliche leben unter anderen Bedingungen als Älteren und ihre Vorstellungen von Kleidung bilden sich unter anderen gesellschaftlichen und kulturellen Kriterien als denen, die die Auswahleinstellung von Älteren bestimmten und noch bestimmen. Wie können sie sich einigen? Die Toleranz von Älteren gegenüber der Lebensart der Jugendlichen und der Respekt von Jugendlichen gegenüber Älteren dürften die Idee eines friedlichen Zusammenlebens enthalten.

Abschließend lässt sich sagen, dass man den Unterschied zwischen Älteren und Jugendlichen anerkennen sollte, um überhaupt besser miteinander umgehen zu können. Die Fähigkeit, die Situation der anderen, und ihre psychologischen Umstände nachzuvollziehen, sind der Weg zu einer eventuell problemlosen Beziehung.

Morteza!

Sind Männer vom Mars und Frauen von der Venus?

Ein prüfender Einblick in den Alltag ergibt, dass die Kommunikation zwischen Männern und Frauen von sich aus missverständlich sein kann. Das beruht wohl zum Teil auf unterschiedlichen Sprachmuster, denen sie folgen. Aus den Ergebnissen von linguistischen Forschungen lassen sich die untenstehenden Unterschiede folgendermaßen folgern:

Frauen neigen eher zu verbalorientierten, kürzeren Aussagen, wogegen sich der männliche Sprachgebrauch mehr auf Substantive beschränkt. Genauer betrachtet, streben Frauen sich, vielmehr an ihrem Sprechpartner orientierend, unter Zuhilfenahme von rückversichernden Sprachmitteln mehr einen Konsens an. Bei Männern steht hingegen der Wettbewerbsaspekt im Vordergrund, der auf ihre vertikalen Vernetztheiten zurückzuführen ist.

Aber von Experten stark empfohlen sollte zu Gunsten des Zustandebringens einer kommunikativen Einigung zwischen Männern und Frauen nicht nur auf die Verallgemeinerung solcher Geschlechterrollen verzichtet werden, sondern sollten auch die Gesprächspartner angesichts der wissenschaftlichen Resultate je nach den Kommunikationsgegebenheiten einen weiblichen oder männlichen Sprachstil gebrauchen, welches Geschlecht sie auch haben mögen.
Ich persönlich stehe auf dem Standpunkt, dass geschlechtsspezifische Interaktionsverhalten in mancher Hinsicht voneinadnder abweichen und stark von den jeweiligen kulturellen Umständen geprägt sind. Das ist wie folgt zu verdeutlichen: Die Art und Weise von sozialer Gleichberechtigung beider Geschlechter spiegelt sich im Sprachverhalten.

Kommunikationsforschungsthemen wie die Verteilung der Redezeit, die Bestimmung des Gesprächsthemas usw. zeigen, wie reif sich die Leute ihrem Gegenüber in Gesellschaften verhalten.

Diesbezüglich muss ich leider feststellen, dass sich die Gesprächskultur hierzulande eher männlich gestaltet, und daher führen vorurteilshafte Einstellungen gegenüber den weiblichen Gesprächspartnerinnen hier zu frühzeitigen, meist ungerechten Schlussfolgerungen des Gesprächs, obwohl sich die junge Generation (abgesehen von ihrem Geschlecht) immer für Ebenbürtigkeit einsetzt.

Solange nicht jeder zur Erkenntnis gelangt, dass Frauen und Männer tendenziell verschiedene Sprachverwendungen haben, ist der Umgang mit Unterschieden sowie dadurch entstehenden Problemen meines Erachtens nicht vorstellbar, ganz zu schweigen von einem bewusst gewählten Einsatz von Sprachstilen je nach Situation.

Um Kommunikationsbarrieren zu überwinden bzw. besser miteinander kommunizieren zu können, sind sowohl gewählte sowie situationsgemäße Sprachmittel meiner Auffassung nach äußerst wichtig, als auch auf den Tatsachen basierende Interpretationen der Aussagen.

Mina

Donnerstag, 17. Februar 2011

WEHRPFLICHT

W E H R P F L I C H T

Sieht man sich zur Wehrpflicht gezwungen, lasten auf einem nicht die überwiegenden Kehrseiten der allgemeinen Wehrpflicht, sondern vielmehr dieser Zwang. Das Abwägen der Vor- und Nachteile solch eines Hindernisses verwirrt man. Jedoch können wir selbst in unseren Träumen nicht zu einer Welt ohne Krieg gelangen. Anscheinend verpflichten sich derartig auf einen Kriegsfall vorbereitete Männer, ihr Vaterland zu verteidigen, wobei die väterliche Rolle des Vaterlandes infrage steht! Die einseitige Unterstützung mündet in die Zweckentfremdung von Landsleuten als Untertanen.
Man muss den unentbehrlichen Wehrdienst in Kauf nehmen, da die Staatsgewalt diesen Beweis der Treue fordert. Deswegen schlüpft man schweigend nicht nur in seine ständige Rolle als Zuschauer, sondern auch in die des Zuhörers. Dann fängt die Vereinheitlichung (Gleichmacherei) an, um man (alle) einwandfrei zu steuern. Man nimmt diesen Vorgang (Gleichmacherei) hin, denn man sieht keinen Unterschied darin. Seit geraumer Zeit unternimmt man mit diesem Vorgang den Versuch, alle Andersartigkeit zu beheben.Im Wehrdienst ist unsere Ohnmacht gegenüber dem Prozess nur spürbarer, als ob niemand nirgends davon verschont bleibenn kِnnte. Dann ergibt die Wehrpflicht keinen Sinn, da wir kontinuierlich in irgendwelchen Kasernen versumpfen.
Unsere Welt ernährt sich von Kriegen, folglich sind die übliche Form des Wehrdienstes und Berufsarmeen nicht nur zeitgemäß, sondern lebensnotwendig. Unsere verrückte Welt bahnt sich ihren Weg durch unsere Wünsche und Träume, um in die Ewigkeit zu sprengen. Folgen lindert mindestens das Leiden an diesen alten Wunden. Die Erlösung von dieser Finsternis bedarf wirksamer Bemühungen.
In Bezug auf die Alternativen zur allgemeinen Wehrpflicht schätze ich den Zivildienst am meisten. Die Regierung muss die Fähigkeiten der jungen Leute effektiv einsetzen. Ich bin der Überzeugung, dass der Wehrdienst in eine bereichende/günstige Gelegenheit verwandelt werden kann, die die Entwicklung und Karriere der jungen Leute begünstigt.
Bedauerlicherweise herrschen Schikanen und Ungerechtigkeit in meiner Heimat. Die Wehrpflicht lässt sich als Beweis erwähnen. Im Iran kann alles seine Freiheit und Ruhe beschränken und bedrohen. In der Tat spielen solche Begriffe keine Rolle.

-Foad Farahani-

DER ZWECK DER KUNST!?

D E R Z W E C K D E R K U N S T ! ?
Aus Platons Sicht veranlasst die Einhaltung des Maßes (der Angemessenheit) die Schönheit eines Kunstwerkes. Auf Grundlage dieser Ansicht wurde die Kunst von der Renaissance bis heute gestaltet. Harmonie und Schönheit verleihen der Kunst entscheidende Ausdruckskraft und setzten sich als Ziel der Kunst in Szene! Doch im Laufe der Zeit wurden derartige Konzepte in Zweifel gezogen. Die Zerbrechlichkeit dieser Begriffe führen einem die Relativität in der Wissenschaft, die schwankenden gesellschaftlichen Grundlagen, das Scheitern des politischen Idealismus, verwüstende Kriege, ... vor Augen. Deswegen entbehren nicht nur Licht und Farbe ihrer überirdischen Wirkung, sondern die Ästhetik der Harmonie. WAS BEDEUTET SCHÖNHEIT?!
Die Lebensbedingungen des ausgezehrten jetzigen Menschen stellten “ Schönheit” tatsächlich infrage, die lediglich Teil unserer verwegensten Utopie ist.
Wir nehmen das Unabänderliche hin, dass wir einsam in der Welt bleiben. Aus diesem Grund beschäftigt sich die Kunst nicht mit Genuss und Angemessenheit, sondern mit etwas Üblem. Kunst als Vergnügen versetzt mich im Grunde in Erstaunen.
Ohne Zweifel bleiben auch die Künstler nicht von der Sprachlosigkeit des Menschen verschont. Unter diesen Umständen nehmen sie(=ihre Werke) durch Fragen, Vergessenheit und Unklarheit ihren Anfang, da die früheren Aufgaben der Kunst an Bedeutung verloren haben.
Kunst setzt eine grenzenlose Umgebung um, in der keinerlei “Zeit und Raum” herrschen. Ungeachtet des derzeitigen Trübsinnes unternimmt Kunst den Versuch, die betäubten Leute im Innersten zu berühren, indem Kunst Kritik an Welt und Gesellschaft übt. Der schöpferische Prozess an sich ist das ZIEL. Auf diese Weise vermögen wir die Klippen zu umschiffen, obschon wir in Kauf nehmen müssen, ununterbrochen in der Schwebe zu sein.
Auf der anderen Seite gewährt die Kunst wie Philosophie und reine Mathematik dem Leben einen wertvollen Sinn. Marcel Duchamp stand auf dem Standpunkt, dass man durch Kunst allein ihren wahren und echten Charakter zeigen könne. Man ist lediglich in der Kunst bereit, der animalischen Stimmung zu entziehen.
-Foad Farahani-

EINE AKTION VON S.v. GEMMINGEN

EINE AKTION VON S.v. GEMMINGEN

Beuys stand auf dem Standpunkt, dass der Gedanke des Menschen ebenfalls eine Plastik (Skulptur) sei. Die “Skulptur” enthält nach Ansicht Beuys’ eine allgemeine Bedeutung: wir sind in der Lage, jemandes Gedanken zu sehen. Beuys erweitert durch seine Theorie der “sozialen Plastik” nicht nur den herkِmmlichen Kunstbegriff, sondern den gebräuchlichen Sinn der Kunst und stellt die einzigartige Wirkung künstlerischer Werke in Frage. Aus Beuys’ Sicht gelangen wir zu einer effektiv(en) demokratischen Gesellschaft, wenn die Kunst sich mit allen Seiten (Aspekten) unseres Lebens vermischt. Die Kreativität setzt diese Einheit um.
Deswegen verlieren die Fächer und die Bereiche, mit denen wir uns beschäftigen, beziehungsweise die Gesellschaftsschichten an Bedeutung. Unter diesen Umständen lässt sich die Kluft zwischen “Kunst” und “nicht Kunst” überwinden. Dieses Grenzenlose veranschaulicht manche Lücken der Umgebung, während es uns die neu entstandenen Lücken vor Augen führt. In der Tat richten wir unser Dasein (Existenz) nach den unbeschreiblichen und wortlosen Lücken, die sich nicht füllen lassen, dennoch schafft diese “neue Bewegung” (moderne Kunst) uns den einen fühlbaren Sinn.
Bei dieser Gelegenheit schlüpft die Künstlerin in die Rolle einer Lehrerin, oder umgekehrt die Lehrerin als Künstlerin!
Auf diese Weise fِrdert die Aktion nicht nur mannigfaltige Kunstwerke zu Tage, sondern vielmehr das Bewusstsein der die Teilnehmer.[Auf diese Weise ِffnet die Aktion den Blick der Teilnehmer nicht nur für mannigfaltige Kunstwerke, sondern vielmehr für ihr Bewusstsein.] Sie werden während des Rundgangs durch die Aktion gesteuert, indem sie einige geschriebene Fragen verfolgen, statt sie blind (mit verbundenen Augen) zu beantworten. Porträts aus deutschsprachigen Ländern stammender Künstler ermöglichen einen zweckmäßigen (Weg zum) Zugang zu der Ausstellung. Die zeitlich angeordneten Exponate umgeben die Besucher: die Buntheit Vuillards unternimmt enttäuscht den Versuch, sich einen Weg durch die gegenwärtige graue Welt zu bahnen. Der Expressionismus lässt unablässig in der Finsternis verschwinden. Die außergewِhnlichen Träume des Surrealismus hauchen unserer abgestumpften Realität ein.
Auf der anderen Seite schweigt das Personal [wie die Verstorbene in Gräbern] / [wie ein Grab]! Action Painting verbleicht in der Leere Pollocks, und beim Anblick Kandinsky in der Vitrine überfiel die Zuschauer Schwermut. Die stille Zeit erobert sie allmählich , so dass die Heiterkeit der Formen und Farben sich hinter einem vagen Trübsinn verbirgt. Dann versumpft die wahre Reinheit Reinhardts hinter der Scheibe in der Verschwommenheit. Darum verstärkt das frühere Verlassen der Aktionskünstlerin während der sich wiederholenden Darstellung des Todes (Todesdarstellung) von Warhol unsere Einsamkeit.
Die Teilnehmer, denen schwindlig geworden ist, unterziehen sich einer unangebrachten musikalischen Untermalung, da eine Metalltreppe niemanden beflügelt. Außerdem mahnen an der Minimalismus Sol Le Witts uns das unabänderliche Schicksal. Am Ende der Aktion habe ich wie immer das Gefühl, dass die allgegenwärtige Katastrophe uns immer noch uns bevorsteht, doch anscheinend dauert diese ewige Wartezeit (Wartezustand).

-Foad Farahani-

Sonntag, 23. Januar 2011

Sehr geehrter Herr Zarandooz,

ich bedanke mich für unsere aufschlussreiche Unterhaltung vergangenen Montag. Wie Ihnen schon bekannt sein dürfte, sind wir zurzeit imstande, unsere Arbeit offiziell aufzunehmen.
Ihre Förderung hat bei uns große Wohlwollen ausgelöst. Die Beschlüsse unserer Unterhaltung sind wie folgt zu verdeutlichen:
- Wenn es Ihnen recht ist, sind Lebensmittel freitags von Ihnen der Foad & Mina Tafel zu spenden.
- Die Spende gilt für ein ganzes Jahr. Im Falle keiner möglichen Versorgung setzen Sie uns bitte zwei Tage vorher davon in Kenntnis.
Wir gewährleisten im Gegenzug, dass:
- Wir lediglich die Mittellosen mit Ihren Spenden versorgen.
- Wir Sie als Förderer der Foad & Mina Tafel erwähnen und Ihnen einen Förderungsbeleg zukommen lassen.
Entbehren sich die oben genannten Punkte Ihrer Zustimmung, teilen Sie uns bitte die Korrekturen mit, sonst werden wir am 1. Januar (!!!) die erste Spende bei Ihnen abholen.
Wir sind Ihnen sehr verbunden, dass Sie bei der Foad & Mina Tafel freundlicherweise mitwirken. Lediglich mithilfe solch wohltätiger Förderung unserer Unterstützer sind wir erst in der Lage, unsere Mitmenschen Hilfe zu leisten.
Wir danken Ihnen bereits im Voraus und verbleiben mit

freundlichem Gruß
Foad & Mina Tafel

Montag, 17. Januar 2011

Herr Daryani


Sehr geehrter Herr Daryani,
ich bedanke mich für unsere erfolgsversprechende Unterhaltung vergangenen Mittwoch. Wie schon besprochen wurde, ist nun unser Verein gegründet, daher können unsere Hilfsleistungen ab dem 2. März erbracht werden.
Wir sind sehr erfreut, dass Sie eingewilligt haben, zur Förderung unserer wohltätigen Zwecke als Gönner beizutragen. Um eventuelle Fehlannahmen aus dem Wege zu räumen, würde ich unsere Besprechung gern folgendermaßen übersichtlich gliedern:
-   Als Spende erbringen Sie unserer Tafel alle 4 Tage Molkereiwaren.
-   Ihre karitative Unterstützung wird ein Jahr lang aufrecht erhalten. Falls Sie nicht im Stande sind, uns die Produkte bereitzustellen, verschaffen Sie uns darüber zumindest 3 Tage vorher Aufschluss.
Von unserer Seite aus stehen wir dafür gerade, dass
-   die von Ihnen erbrachten Spenden unter unsere in Not geratenen Mitbürger gebracht werden.
- Sie als Gönner unserer Tafel im Jahresbericht erwähnt werden und Sie einen Spendennachweis entgegennehmen können.
Ist das obengenannte Besprochene zu verbessern, treten Sie bitte unverzüglich mit uns in Kontakt.
Andernfalls werden wir am 2. März zum ersten Mal die Produkte bei Ihnen einholen.
Wir bedanken uns dafür, dass Sie als Unterstützer unsere Tafel fördern werden. Eine hinreichende Betreuung hilfesuchender Mitmenschen ist ausschließlich mithilfe unserer Sponsoren zu sichern.

Mit freundlichen Grüßen,

Mor Hasskay
M. H. K.


Samstag, 8. Januar 2011

Der Brief

Sehr geehrte Frau Mayrhof,
wir haben uns sehr über unsere letztens geführte, fruchtbringende Unterhaltung gefreut und sind Ihnen dafür sehr dankbar. Wie schon zu Ihrer Kenntnis gebracht, ist die Gründung der ,,Wiener Tafel“ mittlerweile erfolgreich durchgeführt. Deswegen sind wir nun in der Lage, unsere Arbeit in Angriff zu nehmen. Es bereitet uns große Freude, dass Sie uns Ihre Unterstützung gewähren.
Im Folgenden würde ich gern nochmals auf unsere am Montag getroffenen Absprachen verweisen, um eventuelle Fehlannahmen zu verhindern:
- Täglich lassen Sie uns Ihre Zuwendungen in Form von Lebensmitteln zukommen. - Ihre Spenden ergehen binnen des ganzen Jahres. - Wir werden von Ihnen spätestens zwei Tage davor verständigt, sofern Sie uns keine Ware anbieten können.
Im Gegenzug stellen wir Ihnen sicher, dass - Ihre Schenkungen nur Bedürftigen zugeteilt werden. - Wir Sie als Sponsor anführen und Sie dafür einen Spendennachweis bekommen.
Bei weiteren Fragen melden Sie sich bitte schnellstmöglich bei uns, ansonsten holen wir am 11.Dezember zum ersten Mal die Lebensmittel ab. Wir bedanken uns nochmals bei Ihnen, dass Sie Ihre Förderung in Bälde in Gang setzen, denn eine hinreichende Versorgung unserer Bedürftigen ist nur mithilfe solcher Förderer wie Ihnen zu bewerkstelligen.

Mit herzlichen Grüßen

Nelson Mandela

Donnerstag, 6. Januar 2011

Freiheit, Menschenwürde, Menschenrecht und Widerstand: eine Aufgabe der Kunst


Die Kunst erfüllt heute mehr Erwartungen als vor 100 Jahren. Um die Aufgabe der Kunst zu erkennen, muss man erst die Kunst selbst definieren. Nach meiner Ansicht ist Kunst jede Fähigkeit, sowohl das Schöne als auch das Übel erlebbar zu gestalten. Die höchste Schönheit, die der Mensch erreichen kann, ist, dass er alle Leidenschaften zu einem Kunstwerk verarbeitet. Kunst liegt in den Händen der Musiker, in den Bildern der Maler und in den Bewegungen eines Tänzers.

Ich finde, jeder Künstler muss zur Entfaltung seiner persönlichen Kunst frei sein, weil Kunst Freiheit ist. Kunst bedeutet, Gefühle auszudrücken, die Menschen zum Nachdenken zu bringen und den Menschen Freude zu bereiten, aber in erster Linie muss Kunst dazu dienen, den Menschen aufzurütteln und die Kultur eines Volkes zu bereichern. So gesehen ist es selbstverständlich, dass Freiheit in der Kunst über allem steht.

Von Kindheit an hat mein Vater mir immer nahe gelegt vier Kenntnisse in meinem Leben zu erwerben: Studium, Fremdsprachen, Sport und Kunst. Er sagte: „Durch ein Studium erwirbst du soziales Ansehen, Fremdsprachen erweitern deine Kommunikationsfähigkeit, durch Sport bleibt dein Körper gesund und stark, aber die Kunst eröffnet eine ganz unerwartete, schöne Welt vor deinen Augen: Die Welt der tiefsten Gefühle“. Nach seiner Aussage hat Kunst für mich eine ganze neue, beeindruckende Bedeutung gewonnen. Als Tanzliebhaberin und jemand, der langjährig Tanzen trainiert hat, halte ich „Tanz und Ballet“ für die vollkommenste Kunst. Jenseits der schönen und raffinierten Bewegungen einer Ballerina sind viele Gefühle wie Liebe, Hass, Leidenschaft, Feindschaft, Freude, Trauer, Angst usw. zu entdecken. Die imposanten Balletwerke der Welt gehören zu weltberühmten Opern und Musikals z.B. Der Nußknacker, Don Quichotte, Schwanensee und Giselle. Ich habe immer davon geträumt, eine professionelle Ballettänzerin zu werden.

Meines Erachtens ist die wahre und echte Kunst die, die sich keine Aufgaben oder Begrenzungen auferlegen lässt, sondern vielmehr aus freien Stücken dargestellt wird. In unserem Deutschkurs hat mich besonders der Begriff „Lebenskunst“ beeindruckt, das heißt sich allen Situationen im Leben zu stellen, sie zu meistern und das Leben einfach zu genießen. Am besten gewappnet sind einige, die im Herzen Lebenskünstler sind und im Umgang mit Problemen keine Miene verziehen. Am besten sind Personen, für die das Leben eine Art von Kunst oder vielmehr eine Berufung ist.

Von Teni