Donnerstag, 17. Februar 2011

WEHRPFLICHT

W E H R P F L I C H T

Sieht man sich zur Wehrpflicht gezwungen, lasten auf einem nicht die überwiegenden Kehrseiten der allgemeinen Wehrpflicht, sondern vielmehr dieser Zwang. Das Abwägen der Vor- und Nachteile solch eines Hindernisses verwirrt man. Jedoch können wir selbst in unseren Träumen nicht zu einer Welt ohne Krieg gelangen. Anscheinend verpflichten sich derartig auf einen Kriegsfall vorbereitete Männer, ihr Vaterland zu verteidigen, wobei die väterliche Rolle des Vaterlandes infrage steht! Die einseitige Unterstützung mündet in die Zweckentfremdung von Landsleuten als Untertanen.
Man muss den unentbehrlichen Wehrdienst in Kauf nehmen, da die Staatsgewalt diesen Beweis der Treue fordert. Deswegen schlüpft man schweigend nicht nur in seine ständige Rolle als Zuschauer, sondern auch in die des Zuhörers. Dann fängt die Vereinheitlichung (Gleichmacherei) an, um man (alle) einwandfrei zu steuern. Man nimmt diesen Vorgang (Gleichmacherei) hin, denn man sieht keinen Unterschied darin. Seit geraumer Zeit unternimmt man mit diesem Vorgang den Versuch, alle Andersartigkeit zu beheben.Im Wehrdienst ist unsere Ohnmacht gegenüber dem Prozess nur spürbarer, als ob niemand nirgends davon verschont bleibenn kِnnte. Dann ergibt die Wehrpflicht keinen Sinn, da wir kontinuierlich in irgendwelchen Kasernen versumpfen.
Unsere Welt ernährt sich von Kriegen, folglich sind die übliche Form des Wehrdienstes und Berufsarmeen nicht nur zeitgemäß, sondern lebensnotwendig. Unsere verrückte Welt bahnt sich ihren Weg durch unsere Wünsche und Träume, um in die Ewigkeit zu sprengen. Folgen lindert mindestens das Leiden an diesen alten Wunden. Die Erlösung von dieser Finsternis bedarf wirksamer Bemühungen.
In Bezug auf die Alternativen zur allgemeinen Wehrpflicht schätze ich den Zivildienst am meisten. Die Regierung muss die Fähigkeiten der jungen Leute effektiv einsetzen. Ich bin der Überzeugung, dass der Wehrdienst in eine bereichende/günstige Gelegenheit verwandelt werden kann, die die Entwicklung und Karriere der jungen Leute begünstigt.
Bedauerlicherweise herrschen Schikanen und Ungerechtigkeit in meiner Heimat. Die Wehrpflicht lässt sich als Beweis erwähnen. Im Iran kann alles seine Freiheit und Ruhe beschränken und bedrohen. In der Tat spielen solche Begriffe keine Rolle.

-Foad Farahani-

DER ZWECK DER KUNST!?

D E R Z W E C K D E R K U N S T ! ?
Aus Platons Sicht veranlasst die Einhaltung des Maßes (der Angemessenheit) die Schönheit eines Kunstwerkes. Auf Grundlage dieser Ansicht wurde die Kunst von der Renaissance bis heute gestaltet. Harmonie und Schönheit verleihen der Kunst entscheidende Ausdruckskraft und setzten sich als Ziel der Kunst in Szene! Doch im Laufe der Zeit wurden derartige Konzepte in Zweifel gezogen. Die Zerbrechlichkeit dieser Begriffe führen einem die Relativität in der Wissenschaft, die schwankenden gesellschaftlichen Grundlagen, das Scheitern des politischen Idealismus, verwüstende Kriege, ... vor Augen. Deswegen entbehren nicht nur Licht und Farbe ihrer überirdischen Wirkung, sondern die Ästhetik der Harmonie. WAS BEDEUTET SCHÖNHEIT?!
Die Lebensbedingungen des ausgezehrten jetzigen Menschen stellten “ Schönheit” tatsächlich infrage, die lediglich Teil unserer verwegensten Utopie ist.
Wir nehmen das Unabänderliche hin, dass wir einsam in der Welt bleiben. Aus diesem Grund beschäftigt sich die Kunst nicht mit Genuss und Angemessenheit, sondern mit etwas Üblem. Kunst als Vergnügen versetzt mich im Grunde in Erstaunen.
Ohne Zweifel bleiben auch die Künstler nicht von der Sprachlosigkeit des Menschen verschont. Unter diesen Umständen nehmen sie(=ihre Werke) durch Fragen, Vergessenheit und Unklarheit ihren Anfang, da die früheren Aufgaben der Kunst an Bedeutung verloren haben.
Kunst setzt eine grenzenlose Umgebung um, in der keinerlei “Zeit und Raum” herrschen. Ungeachtet des derzeitigen Trübsinnes unternimmt Kunst den Versuch, die betäubten Leute im Innersten zu berühren, indem Kunst Kritik an Welt und Gesellschaft übt. Der schöpferische Prozess an sich ist das ZIEL. Auf diese Weise vermögen wir die Klippen zu umschiffen, obschon wir in Kauf nehmen müssen, ununterbrochen in der Schwebe zu sein.
Auf der anderen Seite gewährt die Kunst wie Philosophie und reine Mathematik dem Leben einen wertvollen Sinn. Marcel Duchamp stand auf dem Standpunkt, dass man durch Kunst allein ihren wahren und echten Charakter zeigen könne. Man ist lediglich in der Kunst bereit, der animalischen Stimmung zu entziehen.
-Foad Farahani-

EINE AKTION VON S.v. GEMMINGEN

EINE AKTION VON S.v. GEMMINGEN

Beuys stand auf dem Standpunkt, dass der Gedanke des Menschen ebenfalls eine Plastik (Skulptur) sei. Die “Skulptur” enthält nach Ansicht Beuys’ eine allgemeine Bedeutung: wir sind in der Lage, jemandes Gedanken zu sehen. Beuys erweitert durch seine Theorie der “sozialen Plastik” nicht nur den herkِmmlichen Kunstbegriff, sondern den gebräuchlichen Sinn der Kunst und stellt die einzigartige Wirkung künstlerischer Werke in Frage. Aus Beuys’ Sicht gelangen wir zu einer effektiv(en) demokratischen Gesellschaft, wenn die Kunst sich mit allen Seiten (Aspekten) unseres Lebens vermischt. Die Kreativität setzt diese Einheit um.
Deswegen verlieren die Fächer und die Bereiche, mit denen wir uns beschäftigen, beziehungsweise die Gesellschaftsschichten an Bedeutung. Unter diesen Umständen lässt sich die Kluft zwischen “Kunst” und “nicht Kunst” überwinden. Dieses Grenzenlose veranschaulicht manche Lücken der Umgebung, während es uns die neu entstandenen Lücken vor Augen führt. In der Tat richten wir unser Dasein (Existenz) nach den unbeschreiblichen und wortlosen Lücken, die sich nicht füllen lassen, dennoch schafft diese “neue Bewegung” (moderne Kunst) uns den einen fühlbaren Sinn.
Bei dieser Gelegenheit schlüpft die Künstlerin in die Rolle einer Lehrerin, oder umgekehrt die Lehrerin als Künstlerin!
Auf diese Weise fِrdert die Aktion nicht nur mannigfaltige Kunstwerke zu Tage, sondern vielmehr das Bewusstsein der die Teilnehmer.[Auf diese Weise ِffnet die Aktion den Blick der Teilnehmer nicht nur für mannigfaltige Kunstwerke, sondern vielmehr für ihr Bewusstsein.] Sie werden während des Rundgangs durch die Aktion gesteuert, indem sie einige geschriebene Fragen verfolgen, statt sie blind (mit verbundenen Augen) zu beantworten. Porträts aus deutschsprachigen Ländern stammender Künstler ermöglichen einen zweckmäßigen (Weg zum) Zugang zu der Ausstellung. Die zeitlich angeordneten Exponate umgeben die Besucher: die Buntheit Vuillards unternimmt enttäuscht den Versuch, sich einen Weg durch die gegenwärtige graue Welt zu bahnen. Der Expressionismus lässt unablässig in der Finsternis verschwinden. Die außergewِhnlichen Träume des Surrealismus hauchen unserer abgestumpften Realität ein.
Auf der anderen Seite schweigt das Personal [wie die Verstorbene in Gräbern] / [wie ein Grab]! Action Painting verbleicht in der Leere Pollocks, und beim Anblick Kandinsky in der Vitrine überfiel die Zuschauer Schwermut. Die stille Zeit erobert sie allmählich , so dass die Heiterkeit der Formen und Farben sich hinter einem vagen Trübsinn verbirgt. Dann versumpft die wahre Reinheit Reinhardts hinter der Scheibe in der Verschwommenheit. Darum verstärkt das frühere Verlassen der Aktionskünstlerin während der sich wiederholenden Darstellung des Todes (Todesdarstellung) von Warhol unsere Einsamkeit.
Die Teilnehmer, denen schwindlig geworden ist, unterziehen sich einer unangebrachten musikalischen Untermalung, da eine Metalltreppe niemanden beflügelt. Außerdem mahnen an der Minimalismus Sol Le Witts uns das unabänderliche Schicksal. Am Ende der Aktion habe ich wie immer das Gefühl, dass die allgegenwärtige Katastrophe uns immer noch uns bevorsteht, doch anscheinend dauert diese ewige Wartezeit (Wartezustand).

-Foad Farahani-