Samstag, 8. Januar 2011
Der Brief
wir haben uns sehr über unsere letztens geführte, fruchtbringende Unterhaltung gefreut und sind Ihnen dafür sehr dankbar. Wie schon zu Ihrer Kenntnis gebracht, ist die Gründung der ,,Wiener Tafel“ mittlerweile erfolgreich durchgeführt. Deswegen sind wir nun in der Lage, unsere Arbeit in Angriff zu nehmen. Es bereitet uns große Freude, dass Sie uns Ihre Unterstützung gewähren.
Im Folgenden würde ich gern nochmals auf unsere am Montag getroffenen Absprachen verweisen, um eventuelle Fehlannahmen zu verhindern:
- Täglich lassen Sie uns Ihre Zuwendungen in Form von Lebensmitteln zukommen. - Ihre Spenden ergehen binnen des ganzen Jahres. - Wir werden von Ihnen spätestens zwei Tage davor verständigt, sofern Sie uns keine Ware anbieten können.
Im Gegenzug stellen wir Ihnen sicher, dass - Ihre Schenkungen nur Bedürftigen zugeteilt werden. - Wir Sie als Sponsor anführen und Sie dafür einen Spendennachweis bekommen.
Bei weiteren Fragen melden Sie sich bitte schnellstmöglich bei uns, ansonsten holen wir am 11.Dezember zum ersten Mal die Lebensmittel ab. Wir bedanken uns nochmals bei Ihnen, dass Sie Ihre Förderung in Bälde in Gang setzen, denn eine hinreichende Versorgung unserer Bedürftigen ist nur mithilfe solcher Förderer wie Ihnen zu bewerkstelligen.
Mit herzlichen Grüßen
Nelson Mandela
Donnerstag, 6. Januar 2011
Freiheit, Menschenwürde, Menschenrecht und Widerstand: eine Aufgabe der Kunst

Die Kunst erfüllt heute mehr Erwartungen als vor 100 Jahren. Um die Aufgabe der Kunst zu erkennen, muss man erst die Kunst selbst definieren. Nach meiner Ansicht ist Kunst jede Fähigkeit, sowohl das Schöne als auch das Übel erlebbar zu gestalten. Die höchste Schönheit, die der Mensch erreichen kann, ist, dass er alle Leidenschaften zu einem Kunstwerk verarbeitet. Kunst liegt in den Händen der Musiker, in den Bildern der Maler und in den Bewegungen eines Tänzers.
Ich finde, jeder Künstler muss zur Entfaltung seiner persönlichen Kunst frei sein, weil Kunst Freiheit ist. Kunst bedeutet, Gefühle auszudrücken, die Menschen zum Nachdenken zu bringen und den Menschen Freude zu bereiten, aber in erster Linie muss Kunst dazu dienen, den Menschen aufzurütteln und die Kultur eines Volkes zu bereichern. So gesehen ist es selbstverständlich, dass Freiheit in der Kunst über allem steht.
Von Kindheit an hat mein Vater mir immer nahe gelegt vier Kenntnisse in meinem Leben zu erwerben: Studium, Fremdsprachen, Sport und Kunst. Er sagte: „Durch ein Studium erwirbst du soziales Ansehen, Fremdsprachen erweitern deine Kommunikationsfähigkeit, durch Sport bleibt dein Körper gesund und stark, aber die Kunst eröffnet eine ganz unerwartete, schöne Welt vor deinen Augen: Die Welt der tiefsten Gefühle“. Nach seiner Aussage hat Kunst für mich eine ganze neue, beeindruckende Bedeutung gewonnen. Als Tanzliebhaberin und jemand, der langjährig Tanzen trainiert hat, halte ich „Tanz und Ballet“ für die vollkommenste Kunst. Jenseits der schönen und raffinierten Bewegungen einer Ballerina sind viele Gefühle wie Liebe, Hass, Leidenschaft, Feindschaft, Freude, Trauer, Angst usw. zu entdecken. Die imposanten Balletwerke der Welt gehören zu weltberühmten Opern und Musikals z.B. Der Nußknacker, Don Quichotte, Schwanensee und Giselle. Ich habe immer davon geträumt, eine professionelle Ballettänzerin zu werden.
Meines Erachtens ist die wahre und echte Kunst die, die sich keine Aufgaben oder Begrenzungen auferlegen lässt, sondern vielmehr aus freien Stücken dargestellt wird. In unserem Deutschkurs hat mich besonders der Begriff „Lebenskunst“ beeindruckt, das heißt sich allen Situationen im Leben zu stellen, sie zu meistern und das Leben einfach zu genießen. Am besten gewappnet sind einige, die im Herzen Lebenskünstler sind und im Umgang mit Problemen keine Miene verziehen. Am besten sind Personen, für die das Leben eine Art von Kunst oder vielmehr eine Berufung ist.
Von Teni