Sonntag, 8. Mai 2011

Sind Männer vom Mars und Frauen von der Venus?

Ein prüfender Einblick in den Alltag ergibt, dass die Kommunikation zwischen Männern und Frauen von sich aus missverständlich sein kann. Das beruht wohl zum Teil auf unterschiedlichen Sprachmuster, denen sie folgen. Aus den Ergebnissen von linguistischen Forschungen lassen sich die untenstehenden Unterschiede folgendermaßen folgern:

Frauen neigen eher zu verbalorientierten, kürzeren Aussagen, wogegen sich der männliche Sprachgebrauch mehr auf Substantive beschränkt. Genauer betrachtet, streben Frauen sich, vielmehr an ihrem Sprechpartner orientierend, unter Zuhilfenahme von rückversichernden Sprachmitteln mehr einen Konsens an. Bei Männern steht hingegen der Wettbewerbsaspekt im Vordergrund, der auf ihre vertikalen Vernetztheiten zurückzuführen ist.

Aber von Experten stark empfohlen sollte zu Gunsten des Zustandebringens einer kommunikativen Einigung zwischen Männern und Frauen nicht nur auf die Verallgemeinerung solcher Geschlechterrollen verzichtet werden, sondern sollten auch die Gesprächspartner angesichts der wissenschaftlichen Resultate je nach den Kommunikationsgegebenheiten einen weiblichen oder männlichen Sprachstil gebrauchen, welches Geschlecht sie auch haben mögen.
Ich persönlich stehe auf dem Standpunkt, dass geschlechtsspezifische Interaktionsverhalten in mancher Hinsicht voneinadnder abweichen und stark von den jeweiligen kulturellen Umständen geprägt sind. Das ist wie folgt zu verdeutlichen: Die Art und Weise von sozialer Gleichberechtigung beider Geschlechter spiegelt sich im Sprachverhalten.

Kommunikationsforschungsthemen wie die Verteilung der Redezeit, die Bestimmung des Gesprächsthemas usw. zeigen, wie reif sich die Leute ihrem Gegenüber in Gesellschaften verhalten.

Diesbezüglich muss ich leider feststellen, dass sich die Gesprächskultur hierzulande eher männlich gestaltet, und daher führen vorurteilshafte Einstellungen gegenüber den weiblichen Gesprächspartnerinnen hier zu frühzeitigen, meist ungerechten Schlussfolgerungen des Gesprächs, obwohl sich die junge Generation (abgesehen von ihrem Geschlecht) immer für Ebenbürtigkeit einsetzt.

Solange nicht jeder zur Erkenntnis gelangt, dass Frauen und Männer tendenziell verschiedene Sprachverwendungen haben, ist der Umgang mit Unterschieden sowie dadurch entstehenden Problemen meines Erachtens nicht vorstellbar, ganz zu schweigen von einem bewusst gewählten Einsatz von Sprachstilen je nach Situation.

Um Kommunikationsbarrieren zu überwinden bzw. besser miteinander kommunizieren zu können, sind sowohl gewählte sowie situationsgemäße Sprachmittel meiner Auffassung nach äußerst wichtig, als auch auf den Tatsachen basierende Interpretationen der Aussagen.

Mina

1 Kommentar:

  1. Vielen Dank Mina! Sehr schön und anspruchsvoll und einfallsreich. Ein Zitat von Albert Camus schenke ich dir:
    "Das echte Gespräch bedeutet: aus dem Ich heraustreten und an die Tür des Du klopfen."

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