Freitag, 17. Dezember 2010

Kunst und Schönheit

Haben Sie als Kunstliebhaber oft vergeblich versucht,eine bestimmte Definition für Kunst zu finden? Sind Sie ab und zu auf die Frage gestoßen,ob ein Kunstwerk unbedingt einen Zweck oder eine Aufgabe haben sollte?

Kein Wunder,wenn Sie die Fragen bejahen.Es geht nämlich vielen Menschen so wie Ihnen.

Einen Zugang zu unzähligen Büchern,die von Kunst handeln zu finden,ist heutzutage für jeden eine Selbstverständlichkeit.Beim Durchblättern mancher dieser Bücher stößt man auf Namen von Personen,die sich entweder durch ihre erbrachten,vollendeten Leistungen oder ihre grundlegenden Theorien in der Kunstgeschichte einen Namen gemacht haben.

Aristoteles,einer der angesehensten Philosophen aller Zeiten,erregte zunächst die öffentliche Aufmerksamkeit.Kunst sei die präzise Imitation der Natur .Kunst und Ästhetik seien nicht zu trennen sind seine berühmtesten Credos.

Dessen ungeachtet erschienen immer wieder Künstler,deren Kunstverständnis sich weder mit genannten Aussagen überlappte noch diesen völlig entsprach.

Den namhaften Künstler Marcel Duchamp,dessen sonderbare,ungewöhnliche Werke um 1920 zur Entstehung des Dadaismus führten,kann man in diese Schublade stecken.

Als er eine eklige Toilette als Kunstwerk ausgestellt hat,versetzte er jeden in Erstaunen.Das Werk,über das schon zu seinen Lebzeiten heftig diskutiert wurde,hat er als Protest gegen den Krieg und seine katastrophalen,grässlichen Folgen bezeichnet.

Heute ist es noch üblich ,dass Künstler ihr Kunstleben ihren politisch- sozialen Forderungen widmen, beziehungsweise die Kunst als eine Ausdrucksform verwenden.

Ich persönlich denke,dass Kunst,als sie ihren Ursprung nahm,immer einen Zweck gehabt hat.Diese Zwecke reichen bis heute von Unterhaltung über Ausdruck der innersten Gefühle bis zur direkten Beeinflussung des Zuschauers und Zuhörers.

Es ist jedoch kaum zu leugnen,dass manches Kunstwerk seine Entstehung vielmehr der Aussicht auf das schnelle und große Geld verdankt als der „reinen” künstlerischen Absicht.Derartige Werke verfügen also über keine besondere Botschaft.

Die Kunst ist lang und kurz ist unser Leben

Anita

Montag, 13. Dezember 2010

Kitsch oder Kunst?

An die künstlerischen Schöpfung, die von den sich auf Kunst beziehenden Aktivitäten –wie Nachbildungen eines Kunstwerks- abweicht, stellen sowohl die Künstler selbst als auch das Publikum sowie Philosophen und Kritiker umfangreiche Aufgaben, je nachdem, welche Anschauungen sie zu Kunst vertreten. Diesbezüglich beleuchtet man die Aufgaben der Kunst erst, wenn man auf die unerlässliche Frage eingeht, was Kunst ist.

Während alle sich darüber einig sind, dass Kunst im engeren Sinne die Gesamtheit des vom Menschen Hervorgebrachten bezeichnet , lässt sich über den Aspekt Schönheit weitaus mehr streiten. Wer Kunst als etwas Schönes definiert, geht davon aus, dass es die Aufgabe der Kunst sein muss, immer die makellose Schönheit darzustellen. Dass sich erhebliche Abweichungen zwischen Definitionen solcher ästhetischen Begriffe (Schönheit) in verschiedenen Kulturen und Epochen feststellen lassen, ist jedoch festzuhalten.

Da die Definitionen sich auf die Punkte stützen, die sich von einem Bereich zum anderen unterscheiden, ist eine umfassende sowie den Eigenschaften aller Kunstbereiche gemäße Begriffsbestimmung der Kunst und ihrer Aufgabe illusorisch: Während Poesie und Musik sich gut dafür eignen, menschlichen Gefühlen besondere Ausdruckskraft zu verleihen , ist Architektur dazu wohl außerstande. Sowie Literatur - Wort im weitesten Sinn- in der Lage ist, auf Leser erzieherisch und moralisch einzuwirken, kann instrumentale Musik bzw. abstrakte Kunst dies indessen nicht.

Dem Einfluss entsprechend, den der Künstler auf das Publikum ausüben will, sollten sich Schönheit, Moral usw. meines Erachtens auf das Kunstwerk übertragen lassen. Somit kann Kunst die Eingebung des Künstlers widerspiegeln. Demzufolge muss Kunst nicht schön sein, wo sie etwas Schlimmes darstellt. Die unangemessene Anwendung solcher äußerst entscheidender Faktoren -wie Schönheit- führt nicht zu Kunst sondern vielmehr zu Kitsch.

1 - Der Brockhaus multimedial. Brockhaus AG 2005
2 - Sheppard, Anne. Aesthetics, introduction to the philosophy of Art, S. 11


Mina
Kunst für den Menschen
Je nachdem, wie man im Begriff ist, Kunst zu definieren, variiert gleichfalls ihr Zweck. Handelt es sich dabei, z.B. Platons Erachten nach, um etwas angesichts seiner mangelnden Übereinstimmung mit den nackten Tatsachen die Wahrheit Verdeckendes, bildet ihr Ziel den Sophisten zufolge die Vorspiegelung verdrehter Fakten und demnach hatten die Künstler keinen Platz in ,, Megnazia", Platons Utopia.
Das Imitieren der Wirklichkeit (μιμεσις) halten jedoch manche wie Aristoteles keineswegs für eine Vortäuschung , sondern für einen natürlichen Trieb des Menschen, mithilfe dessen Beherrschung meist die moralische Richtung (καδαρσις) unserer Gefühle zustande kommen kann, z.B. in der Tragödie dadurch, dass sich die Zuschauer in die Rolle der mit ethischen Dilemmata konfrontierten Hauptfiguren versetzen, was hervorrufen mag, dass die Betrachter sich in ähnlichen Fällen einsichtiger respektive entschlossener verhalten. Davon lässt sich klar darauf schließen, dass die Kunst aus diesem Blickwinkel der Hebung der Moral gilt.
Als Reaktion auf solch eine zweckgebundene Sicht wurde die Theorie ,, Kunst für Kunst" aufgestellt, nach der jeder Zweck, von Moral bis einschließlich zur vor allem vom französischen Existenzialismus bearbeiteten ,,gesellschaftlichen Verantwortlichkeit", bis auf die Kunst selbst sie von ihrer Identität entfremdet, ganz zu schweigen von materielle Zwecke.
Den Befürwortern dieser Auffassung einen Tadel erteilend sehe ich allerdings die Kunst immerhin als ein Mittel an, vermöge dessen ein/e KünstlerIn imstande ist, etwas, wovon man nicht sprechen kann, ohne darüber zu schweigen, darzustellen bzw. zu spielen. Dabeikommt man aus sich selbst heraus, steht voll Hasses oder Narzissmus seinem sein Inneres reflektierenden Werk gegenüber und sich fragt, ob das Höllische oder Idyllische blühen zu lassan oder totzuschweigen ist. Wofür und wie man sich auch entscheidet, die Kunst muss zunächst den Menschen, der ein weitesmöglich mit seinen konkreten Merkmalen übereinstimmendes Urbild verkörpert, seine Nöte, Laster und Tugenden veranschaulichen, wo das Mittel den Zweck am allerschönsten heiligt.
Hassan