An die künstlerischen Schöpfung, die von den sich auf Kunst beziehenden Aktivitäten –wie Nachbildungen eines Kunstwerks- abweicht, stellen sowohl die Künstler selbst als auch das Publikum sowie Philosophen und Kritiker umfangreiche Aufgaben, je nachdem, welche Anschauungen sie zu Kunst vertreten. Diesbezüglich beleuchtet man die Aufgaben der Kunst erst, wenn man auf die unerlässliche Frage eingeht, was Kunst ist.
Während alle sich darüber einig sind, dass Kunst im engeren Sinne die Gesamtheit des vom Menschen Hervorgebrachten bezeichnet , lässt sich über den Aspekt Schönheit weitaus mehr streiten. Wer Kunst als etwas Schönes definiert, geht davon aus, dass es die Aufgabe der Kunst sein muss, immer die makellose Schönheit darzustellen. Dass sich erhebliche Abweichungen zwischen Definitionen solcher ästhetischen Begriffe (Schönheit) in verschiedenen Kulturen und Epochen feststellen lassen, ist jedoch festzuhalten.
Da die Definitionen sich auf die Punkte stützen, die sich von einem Bereich zum anderen unterscheiden, ist eine umfassende sowie den Eigenschaften aller Kunstbereiche gemäße Begriffsbestimmung der Kunst und ihrer Aufgabe illusorisch: Während Poesie und Musik sich gut dafür eignen, menschlichen Gefühlen besondere Ausdruckskraft zu verleihen , ist Architektur dazu wohl außerstande. Sowie Literatur - Wort im weitesten Sinn- in der Lage ist, auf Leser erzieherisch und moralisch einzuwirken, kann instrumentale Musik bzw. abstrakte Kunst dies indessen nicht.
Dem Einfluss entsprechend, den der Künstler auf das Publikum ausüben will, sollten sich Schönheit, Moral usw. meines Erachtens auf das Kunstwerk übertragen lassen. Somit kann Kunst die Eingebung des Künstlers widerspiegeln. Demzufolge muss Kunst nicht schön sein, wo sie etwas Schlimmes darstellt. Die unangemessene Anwendung solcher äußerst entscheidender Faktoren -wie Schönheit- führt nicht zu Kunst sondern vielmehr zu Kitsch.
1 - Der Brockhaus multimedial. Brockhaus AG 2005
2 - Sheppard, Anne. Aesthetics, introduction to the philosophy of Art, S. 11
Mina
Der Unterschied zwischen Kunst und Kitsch, den du beschrieben hast, finde ich ganz veranschaulichend und erinnert mich an manche Romanen, in denen die Charaktere nichts mit der Wirklichkeit zu tun, sondern nur eine Dimension haben. Danke auch dass du deine Quelle erwähnt hast.
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